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Familienforschung / family research - Katholische Kirchenzeitung Köln 23-03-2012

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Kirchenzeitung Köln ● Ausgabe 12/2012 vom 23. März 51 Familie Mit dem Computer auf Uromas Spuren Ahnenforschung ist auf vielfältige Weise möglich - neue Computerprogramme helfen weiter Ein jeder Mensch trägt sie in den Genen mit sich: die eigenen Verwandten aus vergangenen Jahrhunderten. Da wäre es spannend zu wissen: Wer waren diese Menschen? Edwin Röder (53) leitet Einführungskurse zum Thema Ahnenforschung bei den Katholischen Bildungswerken in Köln und Bonn. Dort zeigt er, wie man Ahnenforschung mithilfe des Internets betreiben kann. Mit Elisabeth Friedgen sprach er über die Suche nach den Vorfahren. Was raten Sie Menschen, die mit der Ahnenforschung beginnen wollen? RÖDER: Zunächst sollten sie alles aufschreiben, was sie bereits über ihre Vorfahren wissen. Also, die Namen und Geburtsdaten von Eltern und Großeltern. Außerdem möglichst viele Orte, an denen Ahnen gelebt haben. Wer auch die Daten der Urgroßeltern kennt, der hat gute Chancen, weitere Hinweise im Internet zu finden. Dort gibt es Foren und Datensätze, in denen man die Namen vielleicht findet, weil jemand anderes sie eingestellt hat. Nach deutschem Datenschutzrecht dürfen Personendaten erst ins Internet gestellt werden, wenn 100 Jahre vergangen sind. Geburtsdaten nach 1912 dürfen dort also nicht veröffentlicht werden, außer die Person ist bereits verstorben. In den USA läuft diese Sperrfrist nach 80 Jahren ab. Zusätzlich kann man sich überlegen, welche Schreibweisen es vom eigenen Familiennamen gegeben haben könnte und nach diesen Versionen suchen. Oft haben sich Namen im Laufe der Jahrhunderte durch Lautverschiebungen oder schlichte Schreibfehler geändert. Über die Suche im Internet kann man auch lebende Verwandte wiederfinden. Ich selbst habe dabei einen Cousin und eine Cousine gefunden, von denen ich vorher gar nichts wusste. Welche Schwierigkeiten können sich bei der Suche nach Vorfahren ergeben? RÖDER: So interessant Ahnenforschung ist, sie kann nie hundertprozentig genau sein. Die frühesten Kirchenbücher, die man einsehen kann, sind in der Regel aus der Zeit um 1570, viele Bücher sind in den Kriegen auch verloren gegangen oder wurden schlampig geführt. Problematisch wird es auch bei unehelichen Kindern. Wenn der Vater nicht eingetragen ist, hat man keine Chance, in dessen Linie weiter zu forschen. Was fasziniert Sie persönlich an der Familienforschung? RÖDER: Zu den Teilnehmern meiner Kurse sage ich immer: Unsere Vergangenheit ist unsere Gegenwart ist unsere Zukunft. Wenn wir Ahnenforschung betreiben, dann können wir die Geschichte ganz anders verstehen. Denn die steinernen Denkmäler, die sind nur der Rahmen. Nehmen Sie den Kölner Dom. Ein großes, bedeutendes Gebäude. Die Geschichte machten und machen aber die Menschen, die dort beten und arbeiten, die täglich ein- und ausgehen. Das sind wir, das waren unsere Ahnen. Wenn wir mehr von ihnen wissen, dann können wir uns ihren Lebensalltag auch besser vorstellen. Mich faszinieren Menschen und ihre Geschichten. Was kann man selbst tun, um Spuren für die Nachkommen zu hinterlassen? RÖDER: Ich ermutige ältere Menschen immer dazu, ihren Kindern und Enkeln aus ihrem Leben zu erzählen. Wer gern schreibt, kann eine Autobiografie verfassen. Selbst wenn man keinen Verlag dafür findet, lässt sich ein solches Buch für die eigene Familie vervielfältigen. Sehr zu empfehlen ist die Buchreihe „Erzähl mal!“, in der man selbst Fragen zum eigenen Leben ergänzen kann. Wie haben die Vorfahren geheißen, wo haben sie gelebt? Ahnenforschung kann eine spannende Reise in die Vergangenheit sein. (Rainer Sturm / pixelio) Edwin Röder. Im Internet gibt es viele Möglichkeiten der Ahnenforschung. Auf einigen Webseiten kann man kostenlos Muster für Stammbäume auf den Computer herunterladen oder nach dem eigenen Familiennamen und anderen Daten suchen: » www.ahnenblatt.de » www.familienbande-genealogie.de Edwin Röder bietet im September wieder einen Kurs im Bildungswerk Bonn an, in dem die Arbeitsweise mit diesen und weiteren Internetseiten genau erklärt wird. Kontakt per Telefon (02 21) 29 87 23 38 oder über Röders Internetseite: » www.derkoelner.de » www.erzbistum-koeln.de/bildungswerk/bonn/ index.html AuchStandesämter helfen bei der Ahnenforschung weiter. Die Mitarbeiter dort haben Einsicht in die Heirats- und Geburtenbücher. Geburtsurkunden, die älter als 100 Jahre sind, befinden sich zum Beispiel im Personenstandsregister Nordrhein-Westfalen in Brühl. Um selbst Spuren für die Nachkommen zu hinterlassen, kann man ein Buch aus der Reihe „Erzähl mal!“ der Autorin Elma van Vliet mit eigenen Erlebnissen füllen. Die darin enthaltenen Fragen zum eigenen Lebensalltag helfen, Erinnerungen zu sortieren. Zum Beispiel Oma, erzähl mal! Das Erinnerungsalbum meines Lebens. Knaur Verlag. ISBN 3-426-65452-0. 128 Seiten, 12,99 Euro. INFO
 
 
 
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